Kunst auf zweiten Blick

Foto: Sasha Kisselkova

In Street Art Cologne stellt Anne Scherer die Kölner Street Art-Szene vor.

Street Art boomt. Immer mehr Menschen sind von ihr fasziniert. Banksy, der britische Künstler, der auf der ganzen Welt illegal Wände mit politischen Statements bemalt, ist schon lange Held von Vielen. Häuserwände werden immer häufiger bunt bemalt. Aber es gibt auch kleinere Kunstwerke, die kaum auffallen, wie zum Beispiel Sticker oder auch Stencils – Graffitis, die mit Schablonen auf Wände gesprüht werden. All das ist auch in Köln zu finden.

Ihre Wurzeln hat die Street Art im Graffiti. Oftmals beginnen Street-Art-KünstlerInnen ihre Karriere in der Graffitiszene und entwickeln sich von da aus weiter. Aber immer noch benutzen Street-Art-KünstlerInnen hauptsächlich Sprühdosen und immer noch ist die Street Art illegal.

2011 und 2013 fand das City Leaks Festival in Köln statt. Es bot KünstlerInnen aus aller Welt eine legale Plattform, riesige Häuserwände zu gestalten. Das Interesse der KölnerInnen am Festival war so groß, dass sogar Fahrrad-Führungen abgesagt werden mussten: Zu viele TeilnehmerInnen hatten den Verkehr in Ehrenfeld blockiert.

Jetzt hat Anne Scherer, die das erste City Leaks Festival kuratiert hat, ein Buch veröffentlicht, indem sie Werke und KünstlerInnen vorstellt: Street Art Cologne. Im Rahmen der Buchveröffentlichung fanden eine erfolgreiche Vernissage in Scherers Galerie „Die Kunstagentin“ (Maastrichter Straße 26) statt sowie Führungen durch Kölner Viertel. Das Buch gibt eine informative Einleitung in das Thema Street Art und erklärt die verschiedenen Techniken, die die KünstlerInnen benutzen. Vor allen Dingen aber führt Scherer im Buch mit Hilfe von Straßenkarten, Bildern und Texten durch Köln. Auch wenn kein Vorwissen über Street Art besteht, bereitet das Buch große Freude. Es inspiriert die LeserInnen zur Auseinandersetzung mit dem Thema und lädt zum Spaziergang durch Köln ein. So kann sich jeder selbst ein Bild von dieser vielfältigen Kunst machen, die überall zu entdecken ist.

Zum Interview mit Anne Scherer geht es hier.

Von Vera Kleinken