Live aus dem Stadtwald – Musik hautnah

Foto: Samuel Simon

Eine neue Veranstaltungsreihe mit Bands, Kölsch und Sonnenuntergang.

Für alle Kölner LagerfeuerfreundInnen, Kleinkunstfans und SonnenuntergangsromantikerInnen gibt es eine neue Abendbeschäftigung. Und das auch noch bei freiem Eintritt und in einem familiären, gemütlichen Rahmen.

„Live aus dem Stadtwald“ ist eine neue Veranstaltungsreihe, die von dem Kulturverein „Kultur küsst Köln“ in Kollaboration mit dem Hochschulradio Kölncampus veranstaltet wird. Seit Ende Mai wird nun regelmäßig – meist am letzten Samstagabend im Monat – in die Schreinerei Stadtwaldholz in Köln Bayenthal eingeladen, um gemeinsam Musikalisches zu erleben.

Live-Musik und die Förderung neuer, junger Bands stehen im Fokus des Konzepts. Jede Band spielt einige Tracks passend zu einem für jeden Abend gewähltem Motto. Im Anschluss lassen sich die Bandmitglieder zu einem Gespräch mit der Moderatorin Susan Simin Zare auf einer Bank neben nostalgischen Retro-Stehlampen nieder. Dazu gibt es ein Gläschen Wein oder Kölsch. Die Unterhaltung dreht sich um die eigene Musik, aber auch um Musik im Allgemeinen, wobei es der Moderatorin gelingt, durch ihre Fragen auch das Publikum einzubinden.

Hinter dieser Sendung stehen vor allem die zwei kreativen Köpfe Samuel Simon und Marcel Ölschläger von „Kultur küsst Köln“. Dritte im Bunde ist Moderatorin Zare, die unter anderem bei Kölncampus aktiv ist. Daneben ist noch ein großes Team von Kameraleuten, Cuttern sowie Licht- und Tontechnik mit eingespannt.

Ende Mai stand der musikalische Abend unter dem Motto „Der Beat muss Liebe machen“. Eingeladen waren drei junge Bands, die alle dem übergeordneten Thema „Elektronische Musik“ ihren Tribut zollten. Lavender, Le Seander und Moglebaum verwandelten die kleine Schreinerei, die der Besitzer Wilfried Nissing aus eigener Begeisterung für Kulturrförderung zur Verfügung stellt, in einen Konzertsaal der besonderen Art. Die als letztes auftretenden Bandmitglieder von Moglebaum bauten ihr Set zum Beispiel auf der ausfahrbaren Säge der Schreinerei auf. Diese ragte dann wie ein langer Tisch über die volle Länge der Bühne hinaus.

Währenddessen sitzen die Gäste entspannt auf Limonadenkisten, von wo aus sie dem Spektakel aus nächster Nähe zusehen und hören. Es wirkt ein wenig wie ein Wohnzimmerkonzert – nur irgendwie noch besonderer. Wer gerade nicht der Musik oder dem Interview lauscht, kann draußen um ein Lagerfeuer sitzen und dem Sonnenuntergang zusehen.

Zum Ende dieses Abends gaben alle Bandmitglieder gemeinsam noch eine ungeplante Zugabe zum Besten, die in eine spontane Kostprobe des Livesets von Moglebaum ausuferte. Der Beat erzeugte wahre Musikliebe und Tanzlust: Die Gäste schoben die Kisten einfach zur Seite und tanzten direkt vor der Bühne. Nach diesem improvisierten Extrakonzert von Moglebaum war die Stimmung auf Weitertanzen ausgerichtet und der DJ übernahm wie geplant das Ruder für die Aftershow Party.

Stets am Sonntag nach der Veranstaltung wird die ganze Sendung von 16:00 bis 18:00 Uhr bei Kölncampus ausgestrahlt – eine gute Gelegenheit, um den Abend noch einmal Revue passieren zu lassen.

Von Franziska Kopp