Reim in Flammen – Novemberausgabe 2014

„The points are not the point – the point is poetry“

Wie schon seit einigen Monaten eröffnete Moderator Benjamin Weiß die Novemberausgabe der Veranstaltungsreihe „Reim in Flammen“. Wie jedes Mal erklärte er voller Euphorie die Regeln: Es finden zwei Vorrunden mit jeweils vier Slammern statt. Jeder Slammer hat vier bis sechs Minuten Zeit, seinen Text vorzutragen. Danach findet eine Abstimmung in Form von Applaus statt, bei dessen Auswertung ihm zwei Gäste aus dem Publikum helfen. Sollte es keine klare Entscheidung geben, findet ein Stechen statt, bei dem das Publikum nochmals zwei Sekunden lang tobenden Lärm für die einzelnen Kandidaten machen muss, sehr zu Freude vom Moderator, der dann jedes Mal seine Springeinlage präsentieren kann.

Bevor die erste Vorrunde begann, trugen die beiden Featured Artists Svenja Gräfen und Maximilian Humpert einen Text vor, im Hintergrund ihr selbst gedrehtes Video.

In der ersten Vorrunde traten gegeneinander an:

Gabriele Busse aus Tübingen, mit ihrem Text „Das bisschen Schlachten“, in dem sie halb auf bayerisch eine Episode erzählt, in der sie als Kind von ihren Eltern „getröstet“ wurde, als sie erfuhr, was mit den armen Tieren passiert, bevor sie auf ihrem Teller landeten. Frank Klötgen aus München präsentierte einen Text aus seinem Buch „Die 7 Todsünden“ und machte sich mit seinem „Hochmut“ etwas unbeliebt beim „minderbemittelten Publikum“. Hinnerk Köhn aus Kiel trug einen Text über behinderte Menschen vor: „Willy und das Rauchen“. Als letzter der ersten Vorrunde trat Michael Heide aus Köln mit seiner „Jungenlyrik“ an, in der das Lyrische Ich sich unsterblich in eine Barbierin verliebt und sie aufgrund ihrer stillen Hilferufe aus den Fängen ihres festen Freundes befreien will.

Das Publikum klatschte Hinnerk sofort weiter ins Finale. Das Stechen zwischen Frank und Gabriele entschied die einzige Frau der Runde für sich.

In der zweiten Vorrunde traten an:

Rainer Holl aus Dortmund, mit seinem Text: „Die neue Spießigkeit“. Wir sind doch alle ein bisschen Spießer! Josefine Berkholz aus Leipzig trug mit „Ein Körper ist ein Körper“ einen sehr poetischen dreiteiligen Text über eklige Morgenküsse und Beziehungen vor. Arne Poeck aus Hamburg begann mit einer Zusammenfassung des Abends und trug danach einen Text über Wasser vor, gepaart mit einigen Beat-Box Einlagen. Als letztes trat Adina Wilcke aus Wien mit  „Luftschlösser haben keine Schubladen“ auf die Bühne.

Bei der Abstimmung setzten sich die beiden Herren ziemlich klar durch.

Nach einer Pause trugen Svenja Gräfen und Maximilian Humpert ein weiteres Werk „Stillstand“ vor.

Das Finale startete mit Hinnerk Köhn, der in seinem Text „Beziehungsweise Probleme“  mit seinem besten Freund Schluss machte. Weiter ging es mit Rainer Holl, welcher einen Achtsamkeitstrainer „Ich bin dann mal da“ vortrug. Arne Poeck startete wieder mit einer Zusammenfassung des restlichen Abends und setzte dann mit seiner „Hundetrilogie 2“ fort. Gabriele Busse traute sich, ein „Gedicht über die Liebe“ vorzutragen, in welchem sie ihren Freund und Seelenpartner auf seinen zu kleinen Penis hinwies, der ganz im Gegensatz zu dem ihres Ex-Freundes stünde.

Die Abstimmung über den Sieger des Abends erfolgte recht einstimmig: Hinnerk Köhn gewann die Flasche Schnaps, was nur fair war, da er sie kurz zuvor bereits geöffnet hatte.

Insgesamt war es ein lustiger Abend mit einem verdienten Gewinner. Von dem lyrischen „Poetry“ machte jedoch nur ein kleiner Teil der Slammer Gebrauch, wohingegen die meisten Beiträge eher an Stand-Up-Comedy erinnerten.

Die nächste Ausgabe von Reim in Flammen findet am 30. Dezember wie gewohnt um 20:00 Uhr im Club Bahnhof Ehrenfeld mit vielen Special Guests zum Jahresende statt.

Location: Club Bahnhof Ehrenfeld

Featured Artist:  Svenja Gräfen & Maximilian Humpert

Moderation: Benjamin Weiß

Von Sabrina Wirth

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