Liebesschlösser to go

© Dorosz/Faut

Nun kann man Liebesschlösser nicht mehr nur an der Hohenzollernbrücke, sondern auch ganz bequem mit dem Smartphone aufhängen – egal wo.

Online einkaufen, online Rechnungen bezahlen und online Termine machen. Warum dann nicht auch online Liebesschlösser aufhängen? Das dachten sich auch die beiden Studenten der FH Köln, Georg Faut (28) und Thomas Dorosz (26) und entwickelten die LoveBridgeApp.  Was genau das ist und wozu die App dienen soll, haben die beiden uns erklärt: „Liebesschlösser haben eine lange Tradition und symbolisieren die Ewige Liebe. Leider wurden sie in vielen Städten wie Berlin oder Paris aufgrund der zu hohen Brückenbelastungen komplett verboten. Heutzutage findet ein Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation im Internet statt. Auch die digitale Partnersuche wird immer beliebter, viele Paare lernen sich also online kennen. Die LoveBridgeApp bietet den Paaren nun an, die im Internet gefundene Liebe auch online zu verewigen.“

Liebesschlösser geografisch unabhängig

Die App soll jedoch keine Konkurrenz für die althergebrachte Tradition darstellen, sondern den Brauch durch die Digitalisierung erweitern.  Dadurch kann man sein Schloss, anders als das reale Schloss, immer bei sich tragen. Außerdem gibt es viel mehr Möglichkeiten sich einen passenden Platz für sein Schloss zu suchen, da es in mehr als 70 Städten in über 15 Ländern aufgehängt werden kann. Zudem kann jedes Paar sein individuelles Liebesschloss selbst entwerfen. „Ein digitales Schloss ist schnell geschmiedet: Namen und Datum, wann die große Liebe entstanden ist, eintragen und das Schloss inklusive der Farbe aussuchen. Zuletzt kann man aus über 40 verschiedenen Schriftarten wählen“, erklären die beiden Studenten.

Ferne Liebe führte zur App-Idee

Die Idee dazu kam den Entwicklern, als Thomas gerade mitten in einer Fernbeziehung steckte. Aus diesem Grund wollte Thomas etwas, das das Paar immer bei sich tragen kann: „Ein Liebesschloss besiegelt zwar die Liebe, aber es ist nie bei einem, sondern hängt an einer Brücke.“ Die LoveBridgeApp war geboren: Ein virtuelles Schloss, welches man jederzeit, obwohl man voneinander getrennt ist, zusammen aufhängen und danach immer wieder alleine oder gemeinsam anschauen kann. Damit bleibt die Tradition der Liebesschlösser erhalten. Sie wird nur digital weiter geführt.

Digitalisierung der Liebe

Zwischen der Idee und der Umsetzung lag ein langer Weg. So haben die beiden Studenten insgesamt acht Monate lang an der Entwicklung ihrer App getüftelt: „Uns war es wichtig, das Reale so detailgetreu wie möglich ins Digitale zu übertragen. Wir wollen unseren Liebespaaren eine Möglichkeit bieten, auf die man auch stolz sein kann. Wir saßen teilweise komplette Nächte gemeinsam vor dem PC, bis das finale Konzept stand.“ Als auch das Design fertig gestellt war, gründeten Georg Faut und Thomas Dorosz ihr Start-Up Unternehmen unter dem Namen OnVation GbR. Nach und nach wurde die App immer weiter umgesetzt. Dabei half den beiden Entwicklern neben ihrem Informatikstudium auch fachmännische Unterstützung. Diese war nötig, damit das eigene Studium bei der zeitaufwendigen Entwicklung nicht zu kurz kam.

© Dorosz/Faut
© Dorosz/Faut

All der Aufwand hat sich sichtlich gelohnt, denn die App kann seit August 2014 kostenlos im App Store heruntergeladen werden. Das Basic-Schloss ist umsonst erhältlich, das teuerste Schloss liegt bei 17,99€. Die Schriften und Farben mit denen man sein Schloss verschönern kann, kosten nichts. Auch die Resonanz auf die App kann sich sehen lassen: In Köln allein hängen schon mehr als 100 virtuelle Liebesschlösser.  Für die Zukunft wünschen sich die jungen Entwickler noch ein paar Investoren, damit sie ihre LoveBridgeApp auch für das Android Betriebssystem auf den Markt bringen können. Außerdem arbeiten sie schon fleißig an ihrem neusten Produkt, der „Fitness Rezept des Tages“ und „Smoothie des Tages-App“.

Von Nina Blumenrath