„Zeige dich, Dämon!

Seit dem 30. Juli ist Mark Neveldines Exorzismus-Horrorfilm The Vatican Tapes in den deutschen Kinos zu sehen.

Seit mehr als 2000 Jahren führt die Kirche einen aussichtslosen Kampf gegen unerklärliche Ereignisse, die seit einiger Zeit auf Video („Vatican Tapes“) dokumentiert werden. Der Prolog ereignet sich im Petersdom, wo Vikar Imani (Dijmon Hounsou) und Kardinal Bruun (Peter Andersson) ihren nächsten Schachzug gegen eine finstere Macht planen, denn der Dämon hat erneut zugeschlagen: Ahnungsloses Opfer ist die 27-jährige Angela Holmes (Olivia Taylor Dudley), welche geradezu eine Inkarnation des Unschuldigen und Braven darstellt und ein klischeehaft friedliches Leben führt.

Doch nachdem sie sich auf ihrer eigenen Geburtstagsfeier eine harmlose Schnittverletzung zuzieht, ist die junge Frau nicht mehr wiederzuerkennen. Von einer Sekunde auf die andere reagiert sie aggressiv auf ihr Umfeld, besitzt einen unstillbaren Durst und ist in merkwürdige Unfälle verwickelt. Schließlich bringen ihr Freund Pete (John Patrick Amedori) und ihr Vater Roger (Dougray Scott) sie gegen ihren Willen ins Krankenhaus. Doch auch hier häufen sich die unheilvollen Omen: Angela wird zusehends apathisch und beginnt, fließend Aramäisch zu sprechen. Nachdem sie ihren Arzt beinahe tödlich verletzt, wird sie in die Psychiatrie eingewiesen, wo sie per Telekinese zur Serienkillerin wird. Hilfesuchend wenden sich Roger und Pete an den örtlichen Priester, Pater Lozano (Michael Peña). Dieser erahnt einen Dämon hinter Angelas Verhalten, doch auch ihm scheinen die Hände gebunden. Die letzte Hoffnung ruht nun auf dem Vatikan: Die Exorzismus-Experten Imani und Bruun sollen eine Teufelsaustreibung vornehmen, allerdings ahnen die beiden noch nicht, worauf sie sich eingelassen haben…

Crank-Regisseur Mark Neveldine wärmt mit seinem neuesten Werk die altbekannte Exorzismus-Thematik wieder auf. Doch wer einen glaubhaften Horrorthriller mit historisch-religiösen Elementen á la Dan Brown erwartet, der wird bitter enttäuscht. Der Bezug zum Vatikan ist eher unnötig und spannt regelrecht halbherzig einen Rahmen um eine Handlung, der es ohnehin schon an Tiefgang mangelt. Die Charaktere wirken ähnlich oberflächlich und schablonenhaft; Olivia Taylor Dudley stellt mit ihrer schauspielerischen Leistung als authentisches Opfer jedoch eine Ausnahme dar. Ebenso sind die Effekte und das unerwartete Ende lobend hervorzuheben, da sie dem Zuschauer den einen oder anderen Schockmoment bereiten. Leider wurde jedoch auch hier teilweise viel zu tief in der Klischee-Kiste gegraben und neben Grusel-Klassikern wie Der Exorzist wirkt The Vatican Tapes leider wie aufgebrühter Instant-Horror.

Kinostart: 30. Juli 2015

Regie: Mark Neveldine

Darsteller: Olivia Taylor Dudley, Michael Peña, John Patrick Amedori, Dougray Scott, Dijmon Hounsou, Peter Andersson

Länge: 91 Minuten

USA, 2014

Von Natalja Tschupin

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