Endlich Klassenfahrt!

In Fack Ju Göhte 2 macht sich die chaotischste Klasse Deutschlands auf den Weg nach Thailand.

Die unterhaltsame Beziehung von Antilehrer Zeki Müller (Elyas M’Barek) und seiner aufgedrehten Gesamtschulklasse geht in die zweite Runde. Um die Konkurrenz vom Schillergymnasium auszustechen, fährt die Umwelt-AG gemeinsam mit einigen Schülerinnen und Schülern der Problemklasse 10b auf eine Klassenfahrt nach Thailand. Mit dabei sind neben Chantal (Jella Haase) unter anderem auch Lisis kleine Schwester Caro (Alwara Höfels), ihr Freund Danger (Max von der Groeben) und der am Asperger-Syndrom leidende Etienne „Ploppy“ (Lucas Reiber). Vor Ort läuft kaum etwas nach Plan und natürlich hat der ehemalige Verbrecher Zeki noch eine eigene Mission – denn seine Freundin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) hat aus Versehen Beute vom früheren Überfall an einen Hilfsverein in Thailand gespendet. Damit will Zeki den verhassten Job endlich aufgeben und sich ein entspanntes Leben finanzieren. Doch in Thailand muss er nicht nur seine außer Rand und Band geratenen Problemkinder unter Kontrolle bekommen, sondern auch einen Kleinkrieg mit dem Vorzeigelehrer Hauke Wölki (Volker Bruch) überstehen. Nach einigen Tagen wird klar, dass Zeki auf die Hilfe seiner Schüler angewiesen ist und manchmal doch mehr in ihnen und ihm selbst steckt, als die Beteiligten erwarten.

Mit viel Charme inszeniert Drehbuchautor und Regisseur Bora Dagtekin die bereits aus dem ersten Teil bekannte Idee von Problemschülern,  ihrem Lehrer, der eigentlich lieber wieder auf der faulen Haut liegen würde, und deren persönlichen Beziehungen neu. Dass die Grundidee bekannt  ist, tut dabei dem Witz des Films keinen Abbruch, denn in Thailand verwickeln sich dieProtagonisten ständig in unvorhersehbare Ereignisse und rasch entwickelt sich die Handlung in eine unerwartete Richtung. Mit „Ploppy“ und Lisis Ex-Freund Hauke sind ihm außerdem zwei  unterhaltsame Figuren gelungen, die die Handlung immer wieder auflockern. „Ploppy“ hätte allerdings etwas mehr Tiefe vertragen können, denn die Darstellung des Asperger-Syndroms bleibt meist sehr oberflächlich und unkompliziert. Trotzdem ist es Dagtekin gelungen, keine reine Blödelkomödie auf die Leinwand zu bringen. Die Beziehung zwischen Zeki und seinen Schülern durchläuft überzeugende Veränderungen und immer wieder nimmt der Film Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Hilfe für die „dritte Welt“ und familiäre Konflikte spielerisch auf die Schippe.

Kinostart: 10.09.2015

Regie: Bora Dagtekin

Darsteller: Elyas M’Barek, Jella Haase, Karoline Herfurth, Katja Riemann, Volker Bruch, Max von der Groeben, Gizem Emre, Aram Arami, Anna-Lena Klenke, Lucas Reiber, Runa Greiner, Johannes Nussbaum, Alwara Höfels, Zsa Zsa Inci Bürkle, Uschi Glas.

Länge: 115 Minuten

Deutschland 2015

Von Alina Finke

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