Galaxie der Déjà-vus

Star Wars – Das Erwachen der Macht Episode VII knüpft an die ersten Filme Episode IV-VI in beeindruckender Weise an.

Foto: Walt Disney Studios
Foto: Walt Disney Studios

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…“ Wer kennt ihn nicht, den berühmten ersten Satz der von George Lucas erfundenen Saga. Die Geschichte von Anakin alias Darth Vader, Luke und Leia Skywalker, Han Solo und Chewbacca. Auch die lang ersehnte Episode VII, Das Erwachen der Macht, fängt mit diesem bedeutenden ersten Satz an und wie gewohnt rollt der einleitende Text über den Sternenhimmel in Begleitung der altvertrauten Musik.

2012 verkaufte George Lucas die Filmrechte und den Medienkonzern Lucasfilm an Disney. Somit führte diesmal J.J. Abrams Regie und schrieb gemeinsam mit Lawrence Kasdan das Drehbuch. In der Saga sind seit dem Sieg über das Imperium 30 Jahre vergangen und erneut liefern sich das Gute und das Böse einen erbitterten Kampf. Auf der bösen Seite der Macht steht die aus dem Imperium hervorgegangene „Erste Ordnung“ unter Kylo Ren (Adam Driver), der in die Fußstapfen Darth Vaders treten möchte und auf Befehl von Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) handelt. Sie will eine Diktatur errichten und die Republik vernichten. Das Gute wird verkörpert von der mutigen Rey (Daisy Ridley), dem gutmütigen, geflüchteten Sturmtruppen-Soldaten Finn (John Boyega) und dem humorvollen Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac), der der Widerstandsbewegung angehört. Diese lehnt sich gegen die Erste Ordnung auf und wird von Generalin Leia (Carrie Fisher) angeführt. Han Solo (Harrison Ford) und Chewbacca helfen ihnen bei diesem Kampf.

Die Original-Besetzung verleiht der neuen Star Wars-Episode seine Authentizität und setzt ihn so in direkte Verbindung mit den alten Filmen. Die neuen SchauspielerInnen können jedoch genauso punkten und bringen frischen Wind in die Geschichte. Die Wahl einer emanzipierten jungen Frau und eines schwarzen Mannes als Protagonisten durchbricht erfreulicherweise alte Muster in der Filmbranche. Die schauspielerische Leistung der Newcomer ist brillant. Auch der neue Droide BB-8 ist durch seine witzige Gestaltung sehr gelungen und löst R2-D2 als mutigen Roboter ab.

Musikalisch knüpft Das Erwachen der Macht dank des Komponisten John Williams, der den Soundtrack aller Star Wars-Teile komponiert hat, ohne Probleme an die vorherigen Filme an. Die berühmte Titelmelodie sowie neue Kompositionen untermalen die verschiedenen Szenen gekonnt. Imposante Spezialeffekte, Raumschiff-Kämpfe und Verfolgungsjagden kommen im neuen Teil der Saga auch nicht zu kurz. Aufgelockert wird die ernste Handlung durch einen für Star Wars neuartigen und selbstironischen Humor. Han Solo und Chewbacca sorgen aber auch in gewohnter Weise für Lacher.

Das Erwachen der Macht kann sich nahtlos in die Tradition der ersten Star Wars-Verfilmungen einreihen. Das Setting, die Atmosphäre und die Charaktere sind hervorragend getroffen. Ein Droide, der eine wichtige Nachricht überbringen muss, ist jedoch nicht die einzige Parallele in der Handlung zu den alten Filmen. Die Drehbuchautoren hätten ruhig innovativere Veränderungen in der Geschichte vornehmen können. Die Rolle des Bösewichts Kylo Ren und dessen Werdegang kommen ebenfalls zu kurz und hätten tiefer behandelt werden können. Dessen ausgenommen überzeugt der Blockbuster und lässt Großes für die Fortsetzungen erwarten.

Kinostart: 17. Dezember 2015

Regie: J.J. Abrams

Darsteller: John Boyega, Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac, Harrison Ford, Carrie Fisher

Länge: 136 Minuten

USA, 2014

Von Vera Kleinken