Kaum WechslerInnen trotz Migrationstool

Foto von Harald Müller und Thomas Johnen Foto: Anja Holtschneider

Harald Müller, Leiter des Studierendenservices und des Prüfungsamtes, und Thomas Johnen von der Studienberatung im Prüfungsamt erzählen von den ersten Wechseln in die neuen Prüfungsordnungen.

 

Philtrat: Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Wechsel der Prüfungsordnungen?

Müller: Der Prozess an sich, also das Einreichen der Daten, „Umklipsen“ und Übertragen der Leistungen, hat gut funktioniert. Auf technischer Seite hatten wir mehr Arbeit, weil wir nicht genug Zeit hatten, das Migrationstool vorher zu testen. Während der Wechselzeit haben uns aber zwei Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat unterstützt, die das Tool programmiert hatten.

Gab es einen erhöhten Arbeitsaufwand für die MitarbeiterInnen des Prüfungsamtes?

Müller: Natürlich gab es einen Mehraufwand, obwohl uns das Migrationstool die Arbeit erleichtert. Trotzdem müssen alle Leistungen der Studierenden einzeln von unseren MitarbeiterInnen übertragen werden.
Johnen: Wir haben auch mehr Beratungsaufwand. Es sind ja immer individuelle Fälle und oft müssen die Studierenden ein zweites Mal kommen, weil Prüfungen noch nicht abgeschlossen sind, wie zum Beispiel, wenn die Note einer Hausarbeit fehlt.

Wie viele Studierende haben bis jetzt gewechselt?

Müller: Bis jetzt haben 278 Bachelorstudierende und ungefähr 120 Masterstudierende gewechselt. Zusammen sind es um die 400 Studierenden aus außerschulischen Studiengängen. Wir hatten uns mehr erhofft, vor allem, weil schon über 1.000 Bachelorstudierende das Migrationstool benutzt haben.

Woran liegt es, dass die Studierenden noch nicht wechseln?

Johnen: Die meisten taktieren und wollen erst kurz vor Schluss wechseln. Dazu kommt, dass KLIPS 2.0 anders aussieht als das gewohnte KLIPS 1.0.
Müller: Das ist eine Gewöhnungssache. Aber ich denke auch, dass heutzutage die Zeit fehlt, um sich mit etwas Neuem zu beschäftigen und sich darüber zu informieren. Zudem hängt es davon ab, wie sehr die einzelnen Fächer bemüht sind, ihre Studierenden vom Wechsel zu überzeugen.
Johnen: Zudem lohnt sich der Wechsel auch nicht für alle.

Was befürchten Sie, wenn die Studierenden weiter so lange mit dem Wechsel warten?

Müller: Bei ungefähr 4000 Studierenden in außerschulischen Studiengängen wäre ein Wechsel möglich. Wenn nun alle bis zu den Auslauffristen im Wintersemester 2017/18 warten und dann gleichzeitig wechseln wollen, können wir das mit unserem Personal nicht mehr schaffen.
Johnen: Es macht einen Unterschied, ob wir nur zehn Leistungspunkte oder 150 Punkte verbuchen müssen. Das ist ein deutlicher Mehraufwand, der uns dann erwartet.

Was würden Sie sich von den Studierenden wünschen?

Müller: Keiner ist gezwungen zu wechseln, aber die Studierenden sollten sich zumindest frühzeitig informieren und damit auseinandersetzen.
Johnen: Das Migrationstool ist dabei eine Entscheidungshilfe. Die Studierenden müssen nicht warten, bis alle Leistungen in KLIPS 1 verbucht sind.  Auch wenn das Tool nicht alle Leistungspunkte anzeigt, sind die Punkte immer vorhanden, egal ob die Studierenden sie registriert haben oder nicht und werden auch bei einem Wechsel übernommen. Es sind in KLIPS noch nie Leistungen verschwunden.

 

Das Interview führte Anja Holtschneider

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