Klein Bella Italia an der Uni

Ob Kaffee, Pizza oder Gebäck: Aiascha de Zordo (32) versorgt mit ihrem Kaffeestand Pika mit viel Herz die Studierenden.

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Wie lange gibt es das Pika schon ander Uni?

Meine Eltern bekamen 1999 einer Ausschreibung der Uni den Zuschlag. Also hat mein Vater einen Container umgebaut und auf den Platz gestellt. Zusätzlich hatten sie noch ein Eiscafé auf der Zülpicher Straße, das aber nach einigen Jahren erst verpachtet und schließlich geschlossen wurde, weil es an der Uni viel zu viel Betrieb gab. Seit dem Tod meines Vaters vor zwei Jahren führe ich das Pika mit meiner Mutter zusammen. Der Container ist allerdings immer noch der gleiche, wir haben ihn im Frühjahr eine Woche lang komplett renoviert.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei euch aus?

Wir machen um sieben Uhr auf. Dann sind die Bauarbeiter die ersten, die einen Kaffee möchten. Ab halb acht kommen die ersten Studierenden und möchten teilweise auch schon um diese Zeit ein Stück Pizza frühstücken. Wir haben den ganzen Tag ohne Pause bis 21 Uhr geöffnet, nur sonntags und an Weihnachten ist zu. Bei den langen Öffnungszeiten brauche ich auch viele Mitarbeiter, daher arbeiten hier insgesamt acht Personen.

Wann ist bei euch am meisten los?

In den Pausen zwischen den Veranstaltungen kommen natürlich sehr viele Studierende. Bei uns muss aber nie jemand lange warten: Unsere Kaffeemaschine kann sechs Kaffee auf einmal machen. Ebenso kommen im Sommer mehr Leute und wir verkaufen auch viele kalte Getränke.

Wie viel Kaffee wird bei euch täglich getrunken und wie viele Pizzastücke gehen am Tag über die Theke?

Das ist schwierig zu schätzen. Seitdem die Studierendenzahlen aber so stark gestiegen sind, gibt es einen regelrechten Kaffeeboom. Dabei ist jede Kaffeespezialität gefragt. Früher konnten wir hier mit zwei Leuten stehen, das geht heute nicht mehr. Pizza läuft auch gut, am besten verkaufen sich dabei Margerita und Thunfisch.

Seid ihr auch von der Renovierung der Universität betroffen?

Ja, wenn der Bau der Tiefgarage vor dem Philosophikum beginnen wird, werden wir für zwei Jahre umgestellt. Wo genau wir auf dem Albertus-Magnus- Platz landen, steht aber noch nicht fest. Vielleicht gibt es dann mehr Sitzgelegenheiten, die bisherigen reichen einfach nicht mehr aus.

Ist bei euch alles original italienisch?

Ja, natürlich! Unser Kaffee kommt aus Süditalien und das hat sich seit unserer Eröffnung nicht geändert. Alle Kaffeeangebote gibt es auch nur in einer Größe, so wie es in Italien üblich ist. Den Pizzateig machen wir selber und das Mandelgebäck ist ebenfalls italienische Handarbeit. Letztes Jahr habe ich unseren Eiswagen restauriert und zum ersten Mal italienisches Eis verkauft. Diesen Sommer hat es sich wegen des wechselhaften Wetters aber nicht gelohnt.

Merkt ihr etwas von dem Trend nach besonderen Ernährungsformen?

Ja, es gibt immer mehr, die nach laktosefreier Milch fragen. Deswegen haben wir unser Angebot angepasst und verkaufen nun gegen einen kleinen Aufpreis laktosefreie Milch. Auch unser Mandelgebäck ist für Allergiker geeignet, da kein Mehl enthalten ist. Auf andere Wünsche einzugehen, ist uns nicht möglich, da wir so wenig Platz in unserem Geschäft haben.

Habt ihr auch Stammkunden?

Auf jeden Fall! Sowohl Studierende, als auch Mitarbeiter der Universität und Dozenten kommen regelmäßig zu uns. Manche kommen sogar zweimal am Tag. Tagsüber sind wir ein Treffpunkt für alle.

Fühlt ihr euch manchmal wie ein kleiner Kummerkasten?

Natürlich erfährt man schon einiges über die Personen und deren Leben. Vor allem abends bleiben die Leute gerne länger bei uns stehen. Wir sind aber kein Italienertreff, sondern multi-kulturell und viele Studierende anderer Nationalitäten kommen zu uns.

Dürfen Stammkunden bei euch anschreiben?

(lacht) Nein, das machen wir nicht. Es hat aber auch noch nie jemand danach gefragt.

Wie sieht euer Tag an Karneval aus?

Karneval ist immer wieder lustig, wenn die jecken Studierenden kommen und in ihren Kostümen einen Kaffee bestellen. Sie fragen dann auch immer nach Kölsch und Currywurst mit Pommes, obwohl sie wissen, dass wir das nicht im Angebot haben.

Was ist das Besondere am Pika?

Ich denke, man merkt, dass wir ein richtiger Familienbetrieb und original italienisch sind. Außerdem haben wir ein eigenes Maskottchen, unseren Hund Chicco, der seit 14 Jahren jeden Tag hier ist.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir weiterhin eine erfolgreiche und positive Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern der Universität zu Köln. Ich liebe dieses Campusflair! Der Albertus-Magnus- Platz ist für mich der schönste Platz in Köln. Hier ist immer so viel los und es macht Spaß, die Studierenden zu beobachten, wenn wieder Tüten verteilt werden oder Kölncampus für Musik sorgt. Wir haben dann zwar weniger Umsatz, aber das ist in Ordnung, weil die Atmosphäre so toll ist.

von Anja Holtschneider

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