Aus den Fugen

geraten
haben wir,
was mit unserer Welt passiert ist.

Ein Gefühl hat sich den Weg
durch die Straßen gebahnt.
Es bleibt dort sitzen,
es starrt uns nur an.

Panik,
dass irgendwann auch hier
eine Bombe hochgehen wird.
Und unsere Gesellschaft
dann als graue Asche
durch unsere Finger rinnt.

Greifen wollen wir,
doch es ist nichts mehr da.
Schreien wollen wir,
aber es hört einfach keiner mehr zu.
Weil es vielleicht einfach zu spät ist.

Weil sich vielleicht zu wenig Stimmen erhoben haben
und die Stimmchen, die man hörte
zu einer Partei geflüstert haben,
die verkleidet schon vor 80 Jahren
etwa das gleiche Spiel gespielt hat.
Ein Spiel, bei dem es nie einen Gewinner geben wird.

Ich wünschte, du würdest verstehen,
dass auch deine Stimme Bedeutung trägt.

Eine Seite im Geschichtsbuch,
die du lieber zugeschlagen lässt.
Du verschließt lieber die Augen,
weil dich das Unbequeme quält.

Und wie geht es weiter?
Wo hört es auf? Wo fängt es an?
Ich blick‘ hinauf zu den Sternen,
sie ziehen mich in den Bann.

In der endlosen Galaxie
sind viele von ihnen Vergangenheit,
aber wissen werde ich es nie.

Denn solange ich nach oben schau‘,
die Augen suchend im Dunkelblau,
sind sie da.
Sie sind Lichtjahre entfernt
und doch sind sie so nah.

Es lässt sich nicht verdrängen,
die Scherben, auf denen wir treten,
wenn wir vergessen, was war.
Dann hilft auch nicht mehr Beten.

Von Deniz Klarhorst

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