Schnick, Schnack, Schluck

Bei diesem Turnier steigt die Spannung mit jeder Runde. Foto: Katrin Steinhausen

Der trendige Kneipensport für wettbegeisterte Kölschliebhaber.

Das kinderleichte Spiel Schnick, Schnack, Schnuck ist ein Garant für Spaß und Nervenkitzel. Jeder kennt es noch aus seiner Kindheit, in der es half, zu entscheiden wer anfangen durfte oder wer das größere Stück Kuchen bekam. Angelehnt an dieses einfache Spiel haben Michael Scholten und Muharrem Sahin den trendigen Kneipensport Schnick, Schnack, Schluck erfunden. 2013 starteten sie mit ihrem Sponsor Gaffel Kölsch Turniere mit Preisen wie kisten- oder fässchenweise Bier und Tagesgutscheinen für die Therme. Um das Spiel attraktiver zu gestalten, gibt es Spielgeld, mit dem der Großteil wettet oder Bier ersteigert. Mittlerweile finden elf Mal im Jahr Weltcupturniere statt.Das Konzept funktioniert folgendermaßen: Jeder bekommt bei der Anmeldung am Eingang 3000 Muccarones, die eigene Währung dieses Kneipensports. Das Ganze kostet die Spieler nichts, sodass niemand etwas zu verlieren hat. Das Ergebnis der Idee sind rappelvolle Bars mit wettbegeisterten Menschen, die Lust auf einen Spieleabend mit kostenlos ersteigerbarem Kölsch haben. Außerdem hoffen alle auf einen der Hauptgewinne.

Korruption erwünscht

Was weiterhin auffällt: Die Veranstalter bekennen sich auf der Internetseite offiziell als korrupt. Dementsprechend gehen Veranstalter sowie Spieler mit dem Spielgeld um. Die Muccarones werden bei jedem Spiel eingesetzt. Selbstverständlich kann auch einfach aus Spaß gespielt werden, aber wo bliebe dann der Reiz des Wetteinsatzes? Schließlich kommen die 64 Höchstbietenden in das Turnier, bei dem als Preis viel Kölsch winkt. Alle Teilnehmer können vor wie während des Turniers auf Mitspieler wetten und dadurch Muccarones verdienen oder verlieren. Je weiter man im Wettkampf kommt, desto höher ist die Spannung. Alle wetten durcheinander, gewinnen, verlieren, ersteigern und fiebern mit den Turnierspielern mit. Schließlich ist das Finale erreicht. Die Gesichter sind hochkonzentriert, alle starren wie gebannt auf die Hände der beiden Finalisten. Dann wird gespielt. Die jeweilige Freundesgruppe des Finalisten fiebert mit und feiert anschließend ihren Sieger. Die Stimmung ist gut und die Leute sind mit echtem Ehrgeiz dabei. Ein Gast erzählt begeistert: „Es ist ein wirklich cooles Event und Pflichtprogramm für Studenten!“

Nicht alle vertrauen dem Zufall

Sahin teilt die Spieler in drei Kategorien ein: Erstens den Spieler, der nach Bauchgefühl spielt, zweitens den, der versucht sich in den Anderen hinein zu versetzten und den nächsten Zug vorauszusagen. Drittens den sogenannten Gambits, der seinen Zug komplett dem Zufall überlässt. Er erklärt außerdem, dass Männer häufig mit dem Stein und Frauen mit der Schere anfingen. Dafür gäbe es aber keine Garantie, da immer verschiedene Spielertypen aufeinander treffen. Somit gestaltet sich das Gewinnen des Turniers bei genauerem Hinsehen etwas komplizierter als gedacht. Bei dem Versuch, gegen eine solche Menge an unterschiedlichen Mitspielern zu gewinnen, erlebt ein Mancher doch sein blaues Wunder. Das Ganze kann außerdem live auf Twitter mitverfolgt werden.

Das Konzept scheint zu funktionieren, das Spiel ist simpel und die Preise kommen gut an. Zusätzlich macht es Spaß und ist kostenlos. Eine gute Gelegenheit, einen lustigen und spannenden Abend in einer Bar zu verbringen, neue Bekanntschaften zu schließen und, wenn es gut läuft, ordentlich Kölsch zu gewinnen.

Von Katrin Steinhausen

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