Mit nur einem Topf zum Profikoch

Foto: Jan Thorbecke Verlag

Pasta kochen schnell und leicht gemacht.

Alle Zutaten in einen Topf schmeißen, umrühren und fertig ist das Essen — wer wünscht sich das nicht? Die Französin Sabrina Fauda-Rôle hat sich das gleiche gedacht und heraus kam One Pot Pasta. Mit diesem Kochbuch kommen sowohl Nudelliebhaber als auch Zeitsparer auf ihre Kosten.

Zuerst gibt es eine kurze Einführung in das Prinzip des One-Pot-Kochens. Im Grunde genommen ist es recht simpel: Die rohen Zutaten kommen in einer bestimmten Reihenfolge in einen großen Kochtopf, alles wird mit Wasser aufgegossen und 15 Minuten gekocht. Zwischendurch muss der Koch oder die Köchin alles nur ein paar Mal umrühren — et voilà — fertig ist ein leckeres Pastagericht. Anstatt gleichzeitig mehrere Töpfe zu beaufsichtigen und dabei zu verhindern, dass die Soße anbrennt, ist es nun möglich, entspannt noch nebenher ein Buch zu lesen. Auch Kochmuffeln erleichtert die Autorin den Einstieg, indem sie einen kurzen Überblick über die Dos and Don‘ts beim Nudeln kochen gibt. Sie warnt vor möglichen Fehlern (wie Dosengemüse zu verwenden, weil es zu schnell matschig wird) und zeigt Alternativen auf (Pastasorten können gegeneinander ersetzt werden, wenn sie die gleiche Garzeit haben). Zudem erklärt sie, warum welche Zutaten in den Topf kommen und vermittelt so in kurzen Absätzen die Basics des Kochens.

Insgesamt über 30 verschiedene Rezepte hat Fauda-Rôle kreiert und dabei alle Vorlieben berücksichtigt. Von Penne mit Mangold und geräuchertem Bauchspeck, Linguine an Thunfisch, Kapern und Parmesan bis hin zu Spaghetti mit Karotten-Sesam-Curry geht die Auswahl. Weniger exotisch ist es bei den Klassikern wie Spaghetti Carbonara oder Linguine mit Tomaten und Basilikum. Erfreulich ist die verhältnismäßig große Anzahl an Fischgerichten. Aber auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten und die Nudeln mit Käsevariationen haben sogar ihr eigenes Unterkapitel. Alle Rezepte werden mit großformatigen Vorher-Nachher-Fotos präsentiert. Diese wecken die Lust zum Nachkochen und dienen als gute Orientierung, wie das Essen am Ende aussehen sollte. Zugleich helfen sie auch bei kurzzeitigen Verunsicherungen: Beim Gedanken daran, die in Wasser treibende Creme Fraiche mit einem Würfel Gemüsebrühe zu garnieren, genügt ein schneller Blick in das Buch um das anfängliche Zögern zu beseitigen.

Der Text beschränkt sich bei den Rezepten auf eine kurze Anleitung und die Zutatenliste. Manches Gericht greift zwar etwas tief in den Geldbeutel, zumindest in den studentischen, allerdings gibt es auch Sparmöglichkeiten wie zum Beispiel Fertigprodukte zu benutzen.

Auch wenn das Mischen und Matschen des One-Pot-Pasta-Prinzips sicherlich den ein oder anderen Profikoch die Haare zu Berge stehen lässt, beweist es sich als alltagstauglich. Heraus kommt immer ein leckeres Nudelgericht mit der dazu passenden Soße. Die vielen abwechslungsreichen Rezepte sind leicht umzusetzen, solange man sich an die genauen Zutatenangaben hält. Ein großer Pluspunkt ist die Zeitersparnis, die One Pot Pasta ermöglicht. Selbst für aufwendige Nudelgerichte braucht man nicht länger als für eine Bolognese. Auch wenn einige Zutaten teurer sind, bereichert das Kochbuch doch jede Küche. Sowohl erfahrene Köche als auch Kochanfänger lernen Geschmackskombinationen kennen, die nicht in jedem Pastakochbuch zu finden sind.


Sabrina Fauda-Rôle: One Pot Pasta. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2016, 9,90 Euro.


 

Von Anja Holtschneider

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