Einfach mal zuhören

Wenn das Wort „Hörspiel“ fällt, liegt häufig auch die Kindheitserinnerung nahe.

Mit Benjamin Blümchen zum ersten Mal ins Fußballstadion gehen, mit Disney in die bunte Welt der Prinzessinnen abtauchen oder aber auch mit Willy Fog in 80 Tagen um die Welt reisen – was haben wir nicht alles für Abenteuer erleben dürfen, nachts in unserem sicheren, warmen Kinderzimmer?

Hörstoff für alle Altersklassen

Dass Hörspiele allerdings weder reine Kindersache, noch Schnee von gestern sind, zeigt uns am kommenden Wochenende die Hörspielwiese in Köln. Das Festival findet am 13. und 14. Juli im Leo-Amann-Park in Ehrenfeld statt. Unter freiem Himmel sollen dort von morgens bis abends gemeinsam die Vorzüge des Hörspiels genossen werden.

Es ist für alle etwas dabei: Während morgens die Kinder und Familien bei der pädagogischen Aufarbeitung von Kinderhörspielen im Mittelpunkt stehen, gibt es danach Hörstoff für alle Altersklassen – den ganzen Tag und kostenlos.

Martin Stengel, einer der Organisatoren des Festivals, hat sich mit unserer Redaktion zusammengesetzt und etwas über die Organisation und den Aufbau des Festivals erzählt.

Obwohl das Team gerade in den letzten Wochen natürlich hart für die Veranstaltung arbeiten musste, sind sie sich nach wie vor einig: „Es sollen einfach zwei tolle Open Air Tage werden, bei denen man gemütlich in der Sonne mit seinen Freunden oder seiner Familie entspannen kann und alle gemeinsam Hörspiele hören.“

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Das Hörspielwiesen-Team

Live-Performances unter freiem Himmel

Vorkenntnisse oder Festival-Pässe braucht niemand: Eine Picknick-Decke, Snacks und die liebsten Hörspiel-Buddies genügen vollkommen. Wem im Spülchaos die Tupperdosen verloren gegangen sind, der kann sich auch auf dem Festival-Gelände mit Speisen und Getränken aus der Zooschenke und der Burgerei versorgen.

Martin empfiehlt persönlich besonders den Klassiker „Krieg der Welten“, der am Samstag um 17 Uhr läuft. Ein weiteres Highlight für alle mit einem kleinen Hörspiel-Faible: Die Live Performances an beiden Tagen, bei denen Künstler und Künstlerinnen Stücke live einsprechen und auf der Bühne ihre eigenen Geräusche produzieren.

Ein kleiner Einblick in eine große Kunstform, den es von nun an jährlich geben soll – trotz der rund 200 Arbeitsstunden, die pro Nase auf das Organisationsteam zugekommen sind.

Wie man überhaupt auf so eine Idee kommt? Vor zwei Jahren hatten sich zwei Organisatoren auf dem Hörpsielforum NRW unterhalten und gemeinsam festgestellt, dass es in Köln keine Veranstaltung dieser Art gibt.

Premiere in Köln

Obwohl einige Medienunternehmen Workshops und Tage der offenen Türen rund ums Thema Hörspielproduktion anbieten, gibt es kaum eine Stelle, an der man einfach die fertigen Produkte gemeinsam genießen kann.

Das wird sich mit der Hörspielwiese ändern. Und wer weiß? Vielleicht kommt man ja selbst beim fröhlichen Miteinander nach den Live-Musik-Acts, die das Festival an beiden Tagen beenden, auf die nächste große Festival Idee…

Von Jana Waldorf

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