Schreiben für…die Zukunft!

Reguläre Seminare und Vorlesungen können sehr theoretisch sein. Das Angebot des Studium Integrale leistet da Abhilfe. Wer dazu noch Interesse an Journalismus hat, wird im Vorlesungsverzeichnis fündig. Ein Erfahrungsbericht der „Schreiben für…“-Kurse:

Schreiben für das Fernsehen

„Schreiben für das Fernsehen“ fand bei Manfred Höffken statt, einem ehemaligen, lang­jährigen Mitarbeiter des WDR. Das Seminar fand einmal in der Woche statt, jeweils 90 Minuten. Inhaltlich ging es zum einen um die journalistischen Fähigkeiten, die man im Bereich Fernsehen braucht, zum anderen um ethische Aspekte und persönliche Erfahrungen von Herrn Höffken.

Im Rahmen des Studium Integrale war es möglich 2 CP zu erwerben, eine Prüfungsleistung gibt es nicht. Trotzdem gab es die Möglichkeit, einige Leistungen zu erbringen. Der Dozent hat in regelmäßigen Abständen freiwillige Aufgaben gestellt, bei denen es um das eigen­ständige Verfassen von verschiedensten Texten ging. Diese konnten dann im Seminar vorgetragen oder auch abgegeben werden und wurden von ihm persönlich korrigiert. Innerhalb des Seminars konnte der eigens verfasste Text dann zur Diskussion gestellt werden, sodass nicht nur Herr Höffken, sondern auch Kommilitonen und Kommilitoninnen ihre Meinung dazu abgeben konnten.

Des Weiteren lag der Fokus des Seminars auch auf Ethik im Journalismus. Zu diesem Thema wurden viele von Herrn Höffken produzierte Fernsehbeiträge selbst angesehen. An diesen Beispielen konnte die Entwicklung des Fernsehjournalismus in Bezug auf Recherchearbeit und Methoden, aber auch auf ethische Grundprinzipien beobachtet werden. Gegen einen kleinen Betrag, konnte auch eine vom Dozenten erstellte Mappe erworben werden, in denen er die wichtigsten Inhalte und Richtlinien seines Seminars, sowie einige Tipps zusammengefasst hatte. Ziel des Seminars war es, einen Beitrag von Herrn Höffken noch einmal neu zu vertonen. Die Vertonung der Beiträge fand dann in einem der WDR Studios statt, so dass jeder Seminarteilnehmer, der Lust hatte, einmal die Möglichkeit bekam, seinen Text über den Beitrag von Herrn Höffken zu sprechen.

Die Atmosphäre im Seminar war das gesamte Semester über locker und entspannt. Mit sehr viel Engagement hat Herr Höffken sein Wissen und seine Erfahrungen mit den Teilnehmern geteilt. Gerade seine Offenheit und seine Lust daran, weiterzugeben, was er in seiner journalistischen Karriere erlebt hat, hat das Seminar sehr interessant und besonders gemacht. Die Motivation und Leidenschaft die Herr Höffken mit in das Seminar brachte, waren sehr ansteckend, sodass das Verfassen eigener Beiträge umso mehr Spaß machte. Auf eine liebenswerte Art und Weise hat er sich für jeden Teilnehmer Zeit genommen, gerade wenn es um die Kritik und Korrektur an den geschriebenen Texten ging. Trotzdem gab er den Teilnehmern nicht das Gefühl, unter Druck zu stehen und zu arbeiten, sondern jeder durfte so viel einbringen, wie er konnte. Auch die Erfahrung, einmal beim WDR einen Beitrag einzusprechen, war einmalig und sehr interessant. Wer sich für journalistische Grundfähigkeiten interessiert, sollte das Seminar „Schreiben für das Fernsehen“ besuchen, denn dort werden diese Grundlagen vermittelt und es gibt wertvolle Tipps für das spätere Berufsleben und vor allem den Weg dorthin.

Schreiben für die Zeitung

Das Seminar „Schreiben für die Zeitung“, hat sich inhalt­lich mit dem Verfassen, Lesen und Redigieren verschiedenster Artikel, zum Beispiel Polizeimeldungen, Reportagen oder Kommentaren beschäftigt. Herr Dr. Rüdiger Heimlich ist Redakteur beim Kölner Stadt-An­zeiger und hat an mehreren Wochenenden im Rahmen des Studium Integrale sein Wissen an die Seminarteilnehmer weitergegeben. Auch in diesem Seminar war es möglich, 2CP zu erreichen, eine explizite Prüfungsleistung war nicht nötig. Innerhalb des Seminars haben wir viele praktische Übungen gemacht, in Partnerarbeit oder alleine. Herr Heimlich stellte immer wieder Aufgaben, die sich vor allem um das eigenständige Verfassen von Artikeln drehten. Diese wurden danach im Seminar vorgestellt und von ihm bewertet beziehungsweise korri­giert. Durch diese Methode lernten wir sehr viele verschiedene Formen der Berichterstattung kennen und eigneten uns ein umfassendes Wis­sen im Bereich des Printjournalismus an. Natürlich berichtete Herr Heimlich auch von seiner eigenen Karriere und gab berufliche Tipps.

Das Seminar profitierte vor allem von der kleinen Größe von fünf bis sieben Teilnehmern. Herr Heimlich nahm sich viel Zeit für die Korrektur und Kritik unserer Artikel, sodass man innerhalb des Seminars deut­liche Fortschritte am Schreibstil und Ausdruck der Teilnehmer erken­nen konnte. Gerade der praktische Aspekt machte sehr viel Spaß und obwohl wir auch viel über die The­orie gesprochen haben, wurde das Seminar keineswegs langweilig. Die ansonsten eher träge Atmosphäre in Blockseminaren wurde durch Herrn Heimlich und seine Vorgehensweise aufgelockert. Er stellte uns viel Info-Material zur Verfügung. Er brachte zum Teil eigene Artikel, zum Teil Artikel die ihm selber gut oder eben nicht so gut gefielen, ins Seminar mit ein. Dadurch das „Schreiben für die Zeitung“ ein Blockseminar war, fiel die Arbeitszeit zu Hause weg und es war leicht sich auf die verschiedenen Aspekte des Seminars zu fokussieren.

Herr Heimlich war auch an den Teilnehmern und deren bisherigen journalistischen Erfahrungen interessiert, sodass die Atmosphäre im Seminar persönlich und entspannt war. Auch hier gilt, wer Interesse an journalistischer Arbeit hat, der kann von Herrn Heimlich, seiner Erfahrung und seinem Wissen profitieren. Das Seminar „Schreiben für die Zeitung“ bietet einen Eindruck in die handwerklichen Vorrausetzungen eines Print Journalisten, aber auch in redaktionelle Abläufe und Anforderungen.

Schreiben für die Ohren

„Schreiben für die Ohren“ wurde von der Journalistin Barbara Garde vom WDR geleitet. Das Seminar war ein Blockseminar und fand an einem Wochenenden statt. Auch in diesem Seminar konnte man 2 CP erreichen. Das Ziel des Seminars war es, in Kleingruppen eine eigene Bürgerfunksendung zu erstellen, die dann bei Radio Köln ausgestrahlt werden sollte. Als Vorbereitung auf das eigenständige Arbeiten an der Sendung lernten wir im Seminar verschiedene Texte und Beiträge für das Medium Radio zu erstellen. Die Arbeit im Seminar war sehr praktisch, auch für Frau Garde war es wichtig, dass wir praxisorientiert arbeiteten. Die Texte wurden innerhalb des Seminars vorgetragen und sowohl von den Teilnehmern als auch von Frau Gar­de selbst bewertet.

Neben dem Verfassen von Texten stand auch das Anhören und Bewerten von Beiträgen im Fokus. Frau Garde spielte einige Beiträge und verschiedene Sendungen aus dem WDR vor und war sehr interessiert daran, die Meinungen und Kritik unsererseits zu hören. Nachdem die Grundlagen erläutert worden waren, sollten eigene Sendungen geplant werden. Bevor es dann an die Aufzeichnung der Sendung ging, gab es noch ein abschließendes Treffen mit Frau Garde, bei dem sie noch einmal alles Korrektur las und Kritik ausübte. Die Aufzeichnung fand im Mediapark statt, in den Komed Studios. Einige Wochen später lief die Sendung bei Radio Köln im Rahmen des Bürgerfunks.

Auch in diesem Seminar war es angenehm, dass nur wenige Teilnehmer dabei waren. Obwohl es sehr viel Zeit in Anspruch nahm, war es extrem spannend und lehrreich, einmal eine eigene Radiosendung produziert zu haben. Es hat großen Spaß gemacht, von Frau Garde zu lernen und sich ihrer Kritik im Seminar zu stellen. Das Gelernte dann anschließend direkt anwenden zu können, hat den Lerneffekt noch einmal verstärkt. Auch die Zusam­menarbeit mit einem professionel­len Tonstudio war eine Erfahrung, die so schnell nicht wiederkommt und bei der einiges mitgenommen werden konnte. Frau Garde war ge­duldig, hat uns immer viel Zeit zum Arbeiten gegeben und ihre Kritik an den Beiträgen war extrem hilf­reich. Auch wenn „Schreiben für die Ohren“ das wohl zeitaufwendigste Seminar dieser Reihe ist, bietet es einen tollen Einblick in den Hörfunk und in die Arbeit beim Radio.

Von Nina Blumenrath

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