Besetzung des Hörsaales G

Transparent Mit einem Transparent am Hörsaalgebäude machten die BestzerInnen auf ihre Themen aufmerksam. Foto: Özgün Kaya.

Seit Montag, den 17. Dezember 2018, wird der unscheinbare Hörsaal G des Hörsaalgebäudes besetzt. Die AktivistInnen stammen aus verschiedenen politischen Gruppen, die sich mit dieser Aktion einem Grundkonsens verpflichtet haben: die Demokratisierung der Universität. Dazu gibt es im Rahmen der Besetzung Workshops, Gesprächsrunden, allerlei Flyer und Kaffee. Alle Menschen sind eingeladen an den Veranstaltungen teilzunehmen.

Zahlreiches Infomaterial lag im besetzten Hörsaal G aus. Foto: Lucas Lorenz

Durch das neue Hochschulgesetz, dessen Entwurf kürzlich am Dienstag, den 18. Dezember diesen Jahres, vom Kabinett der schwarz-gelben Landesregierung verabschiedet wurde, sehen die AktivistInnen das Potential der Universitäten für Freiräume der Bildung und der gesellschaftlichen, speziell studentischen Organisation in Gefahr. Denn sie sehen in der Universität eben keine Etappe, die gegangen werden muss, um am Ende in einem Beruf zu enden. Vielmehr müsse die Universität ein Ort sein, der zur Ermächtigung durch Wissen beitrage. In der Besetzung soll ein direkt-demokratisches Gegenmodell zu den jetzigen universitären Strukturen dargestellt werden, welches zur Bereicherung der Gesellschaft und der in ihr lebenden Individuen beitrage.

Diskussion
Im Offenen Plenum debattierten AktivistInnen und InteressentInnen über den Ablauf der Veranstaltung und die Themen. Foto: Lucas Lorenz

Die Besetzung ist eine Aktion unter vielen, die in den letzten Monaten in Nordrhein-Westfalen stattfanden. Es gab verschiedenste Demonstrationszüge mit den unterschiedlichsten Forderungen: Ablehnung des neuen Polizeigesetzes, Forderung nach sozialer Wohnpolitik, Erhalt des Hambacher Forstes, wie auch Ablehnung des neuen Hochschulgesetzes. Diese momentan stattfindende Besetzung will eben diese gesamtgesellschaftlichen Belange von den gängigen Straßenpfaden weg in die Universität tragen, wo sie auch ihren Platz hätten. Es ist ihnen ein Anliegen, Studierenden deutlich zu machen, welche Möglichkeiten sie haben ihr Studium, sowie letztendlich ihr Leben selbstbestimmt gestalten zu können – Wider dem Modulhandbuch und der gültigen Hierarchie im universitären Betrieb.

Bis Donnerstag den 20. Dezember ist ein so kleiner Freiraum noch von der Universität zu Köln geduldet und für alle auffindbar.

Von Özgün Kaya

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