SprachwissenschaftlerInnen auf nach Köln

Das Organisationsteam der 65. StuTS auf der letzten Tagung in Göttingen. Foto StuTS Köln.

Nach 21 Jahren findet wieder eine Studentische Tagung der Sprachwissenschaft in Köln statt.

Dass ein Jahr manchmal schneller vorbeiziehen kann als gedacht, dürfte auch Sandro Eich erfahren haben. Zum zweiten Mal gastiert die Studentische Tagung der Sprachwissenschaft (kurz StuTS) vom 23. bis zum 25. Mai in Köln. Damit kehrt die 65. Austragung der StuTS, die einmal pro Semester stattfindet, nach 21 Jahren wieder nach Köln zurück. Das Organisationsteam um Sandro Eich sieht in der Veranstaltung eine gute Möglichkeit, die Linguistik der Universität zu Köln bestens zu vertreten. Außerdem ist es für den 24-jährigen Kölner Studenten eine ganz neue Herausforderung, eine große Veranstaltung mit auf die Beine zu stellen.

Begeistert erzählt er im Gespräch mit der philtrat von den vielen Highlights, die die BesucherInnen der dreitägigen Veranstaltung erwarten dürfen. Neben einem bunten Kulturprogramm, inklusive Stadtrundgang, kommt auch der wissenschaftliche Aspekt der Tagung nicht zu kurz. Studierende können sich über Forschungen austauschen oder selbst ihre Forschungen vorstellen, wo sowohl ErstsemesterInnen als auch WissenschaftlerInnen kurz vor ihrer PhD-Promotion vertreten sein werden.

Ein weiteres Highlight und ein echtes Novum ist die Bereitstellung von GebärdendolmetscherInnen während der Keynotevorträge und vereinzelt für die Studierendenbeiträge. Auch in der Verpflegung möchte die Veranstaltung neue Akzente setzen und versucht auf Plastikgeschirr und Pappbecher zu verzichten. Dazu zählt auch zunächst der Verzicht von Fleisch beim Frühstück: „Natürlich wollen wir keinem verbieten, was er essen soll und können auf Wunsch Fleischprodukte kurzfristig bereitstellen. Wir sehen es als Experiment an und wollen schauen, wie die BesucherInnen darauf reagieren“, gibt sich Sandro kompromissbereit.

Kleine und große Hürden bei der Organisation

Und mit der gleichen Überzeugung wie Sandro Eich von den bisherigen Planungen der 65. StuTS in Köln erzählt, muss er vor rund einem Jahr auch seine Mitstudierenden auf der StuTS in Kiel überzeugt haben, als beschlossen wurde, diese Tagung wieder nach Köln zu holen. „Der Wunsch bestand schon vor der Tagung damals in Kiel, auch selbst so etwas zu organisieren“, beschreibt er seine Beweggründe bei der Organisation der Tagung mitzuwirken. Zusammen mit einem Kernteam von 15 Leuten galt es nicht nur Finanzmittel zu finden, Unterkünfte zu organisieren oder die Veranstaltung zu planen, so der 24-Jährige English Studies und Komparatistik-Student im Master. „Gerade am Anfang standen wir vor der schwierigen Aufgabe Informationsarbeit zu leisten und unseren möglichen Partnern zu vermitteln, dass die StuTS eine mehrtägige Veranstaltung ist“, berichtet er.

Aufgrund der anfänglichen Schwierigkeiten Institutionen für sich zu gewinnen zweifelten auch die VeranstalterInnen selbst an der Durchführung. Doch nach einigen Gesprächen und Überzeugungsarbeit konnten genug finanzielle Mittel akquiriert werden. Fragen, wie und ob das Geld sinnvoll investiert sei, mussten sich die Studierenden ebenso stellen, wie den Erwartungen der BesucherInnen der StuTS. Denn die Ansprüche an eine solche Tagung sind gewachsen. Einfache Sporthallen als Schlafunterkünfte reichen nicht mehr aus, ebenso soll die Verpflegung qualitativ und divers sein. Aber es seien andererseits auch keine utopischen Erwartungen, findet Sandro und erzählt von den kleinen und großen Organisationsproblemen.

Dazu gehört auch die banale Frage, wo die einzelnen Programmpunkte stattfinden können. Durch die angespannte Raumproblematik an der Universität zu Köln ist das nicht sehr einfach, sodass das Team noch nicht alle Räumlichkeiten für die Programmpunkte am 23.05 bis 26.05. gefunden hat. „Aber unsere Dozierenden der Linguistik haben uns zugesagt zu helfen und uns im Ernstfall ihre Räume zur Verfügung zu stellen“, freut sich der Kölner Student.

Es geht nur im Team

Obwohl Sandro Eich einer der Mitinitiatoren der 65. StuTS ist, betont er, wie wichtig die Teamarbeit ist. Viele Hände werden für die Planungen gebraucht, genauso während der Veranstaltung, um für einen guten Ablauf zu garantieren. Und so erhielt das Team Unterstützung von ganz vielen Fachschaften der Sprachwissenschaften.

Und vielleicht geben sich die VeranstalterInnen auch moralische Unterstützung, denn neben der großen Vorfreude, schlummert auch die Angst im Hinterkopf. Schließlich werden auch einige StammbesucherInnen erwartet. Während des Gesprächs mit Sandro ist davon allerdings nichts zu merken, zu sicher tritt er dabei auf und bleibt stets locker und gelassen. Und so blickt das StuTS-Team aus Köln nach einjähriger Vorbereitung optimistisch zur Studentischen Tagung der Sprachwissenschaften im Mai.


Die StuTS findet einmal pro Semester an wechselnden Orten statt. Der Gastgeber im letzten Semester war die Universität in Göttingen. Zur kommenden Tagung in Köln rechnet das Organisationsteam mit circa 150 TeilnehmerInnen und 77 Personen haben sich für die Vorträge angemeldet. Den genauen Programmablauf und weitere Informationen findet Ihr unter https://65.stuts.de

Plakat der 65. Studentischen Tagung der Sprachwissenschaft. Foto: StuTS Köln.

Von Lucas Lorenz

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