Studieren in Oxbridge

Bild der Wren Library Die Wren Library des Trinity College in Cambridge wurde im 17. Jahrhundert erbaut und enthält u.a. Manuskripte von Isaac Newton und Briefe von Albert Einstein. Foto: Vera Kleinken

Die Universitäten Oxford und Cambridge, kurz Oxbridge, sind weltbekannt für ihr intensives Lernprogramm und bieten eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung

Die beiden renommierten Hochschulen wurden im 11. und 13. Jahrhundert gegründet und sind somit die ältesten Großbritanniens. Damals noch Ausbildungsstätten für Theologen, entwickelten sich beide Lehranstalten zu weltweit führenden Universitäten mit einem enormen Fächerangebot. Was macht die beiden Universitäten so besonders?

Das System des Lernens und Lehrens ist ein anderes als zum Beispiel in Deutschland. Es finden wöchentliche „supervisions“ statt, in denen bis zu drei Studierende eine Stunde lang Unterricht mit einem/r DozentenIn oder ProfessorIn haben, um Essays zu besprechen, zu diskutieren und zu lehren. Diese machen das Herzstück des Lernens in Oxbridge aus, auf die sich die Studenten im Selbststudium vorbereiten. Daneben werden vormittags Seminare und Vorlesungen besucht. Das Lernpensum ist enorm und der Druck groß. Deshalb werden auch nur die besten SchülerInnen mit einem Abiturdurchschnitt von 1,0 für ein Bachelorstudium angenommen.

Ein sehr gutes Abitur allein reicht aber nicht für ein Studium an den Elite-Universitäten. Um ein Bachelorstudium zu absolvieren, müssen zwei Interviews überstanden werden – ein akademisches und ein persönliches. Erst, wenn die Studierenden als passend und belastbar eingestuft werden, werden sie angenommen. Für ein Masterstudium oder eine Promotionsstelle reicht die Bewerbung mit einem nachvollziehbaren Studienvorhaben, ohne, dass ein Interview notwendig ist.

Das Unileben jenseits des Lernens

Neben dem intensiven Lernprogramm gibt es unzählige Vereinigungen, „societies“, in denen die Studierenden mitwirken können. Zum Angebot gehören die verschiedensten Sportarten sowie Debattierklubs, Musik, Fotografie und Außergewöhnliches, wie zum Beispiel die „bell-ringing society“, in der das Glockenläuten in Kirchtürmen erlernt wird. Auch spielen viele Studierende Theater und führen jede Woche neue Produktionen auf.

Oxford und Cambridge haben auch als Städte viel zu bieten, was tausende TouristInnen anzieht. Diverse Museen spicken die Kleinstädte, und die Colleges, in denen sich das Leben der Studierenden abspielt, sind architektonisch wunderschön anzuschauen. Märkte, Restaurants und historische Pubs bringen kulinarische Vielfalt in die traditionellen Orte. Auch die alten Bibliotheken der Universitäten, wie die Wren Library in Cambridges Trinity College oder die Duke Humfrey‘s Library in Oxford mit ihren zerfallenen Büchern nebst Statuen wichtiger Persönlichkeiten, machen Lust zu studieren.

Die Magie von Oxbridge

Die Studiengebühren sind mit 9000 Pfund im Jahr sehr hoch, wodurch die meisten Studierenden einen Kredit aufnehmen müssen. Trotz der finanziellen Hürden und des hohen Lernpensums hat das Unileben in Oxbridge etwas Magisches. Die sogenannten „formal halls“, schicke Abendessen in alten Sälen, bei denen „gowns“, akademische Umhänge, getragen werden, entfalten eine Hogwarts-Atmosphäre. Die Gärten der Colleges sind vorbildlich gepflegt und dienen als Zufluchtsorte für die Studierenden. Und wenn das Lernen mal zu viel wird, gibt es immer noch Unipartys, „bops“, die, wie es sich in englischer Manier gehört, um ein Uhr nachts enden.

Von Vera Kleinken


Ein Jahr durfte Vera Kleinken als Erasmus-Studentin die University of Cambridge besuchen, in dem sie einen einmaligen Einblick in das Unisystem und -leben in Oxbridge erfahren konnte. Cambridge ist Kooperationsuniversität des Englischen Seminars I der Philosophischen Fakultät.


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